Der Zustand einer Person, deren Aktualisierung einer oder mehrerer Dimensionen auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Betrifft insbesondere: Embryonen, Kinder, alte Menschen, Menschen mit Demenz oder schwerer Krankheit. Verletzlichkeit mindert die ontologische Würde nicht — im Gegenteil: Sie ruft die Personalistische Norm in besonderer Weise auf den Plan.
Verletzlichkeit und Kunst
Die Verletzlichkeit des Künstlers — seine Endlichkeit, seine Angewiesenheit, seine Erfahrung von Leid — ist kein Mangel, sondern Quelle der Tiefe. KI kennt keine Verletzlichkeit und hat daher keinen existenziellen Einsatz: Nichts steht für sie auf dem Spiel. Die Dringlichkeit, die große Kunst auszeichnet, entspringt der Erfahrung, dass das eigene Sein endlich und nicht notwendig ist.
Ontologische Einordnung:
- Oberbegriff: Seiendes
- Verwandte Begriffe: Kontingenz, Leid
Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Was ist menschliches Personsein?
Quellenangaben: Bexten 2017, S. 239, 254 (Verletzlichkeit und Erste Dimension).